Prüfungsanfechtung

Voraussetzungen und Verfahren einer Prüfungsanfechtung.

Prüfungsanfechtung eines juristischen Staatsexamens

Gerade für angehende Juristen sind die einzelnen Prüfungsbewertungen von übergeordneter Bedeutung. Sie sind mehr noch als in anderen Studiengängen ein bedeutetendes Aushängeschild für eine Bewerbung. Dabei muss schon an dieser Stelle deutlich gemacht werden, dass Bewertungen von Prüfungsleistungen nicht einfach hingenommen werden müssen. Jeder Student oder Referendar hat die eigene Leistung schon einmal als ungerecht bewertet eingestuft. Kann es wirklich sein, dass meine Klausur nur X Punkte wert ist? Wichtig wird diese Frage bei der Bewertung der Staatsexamina, denn diese entscheiden meist über Wohl und Wehe des Kandidaten.

Die Prüfungsanfechtung einer juristischen Prüfungsleistung, also einer Klausur/Hausarbeit, einer Zwischenprüfung, 1. oder 2. Staatsexamens sowie den dazugehörigen mündlichen Prüfungen, macht einen Großteil unserer täglichen Arbeit aus. Wir fechten für unsere Mandanten bundesweit juristische Prüfungen an und sind mit den Besonderheiten der einzelnen Bundesländer bestens vertraut.

Vorab sei gesagt, dass Prüfungsanfechtungen bei allen schriftlichen Prüfungsleistungen in Betracht kommen. Weiterhin ist eine Prüfungsanfechtung auch gegen die Bewertung von mündlichen Prüfungen möglich. In beiden Fällen muss zwischen Bewertungs- und Verfahrensfehlern unterschieden werden. Ausführliche Informationen zu den Fehlerkategorien, die es bei einer Prüfungsanfechtung zu unterscheiden gilt, erhalten Sie weiter unten.

Die Prüfungsanfechtung von studienbegleitenden Klausuren oder eine Examensanfechtung wird immer dann interessant, wenn Kandidaten eine Notenverbesserung anstreben oder die Aufhebung einer Bewertung erreichen wollen. Es können Verfahrensfehler oder Bewertungsfehler vorliegen, die nicht immer eindeutig sein müssen und durch eine Prüfungsanfechtung angegriffen werden können. Das Prüfungsrecht kann Ihnen eine Hilfe sein, wenn Sie eine Prüfung nicht erfolgreich oder nicht wie gewünscht abgeschlossen haben. Mittels Widerspruchs und einer substantiierten Widerspruchsbegründung gilt es hier, Ihrer Prüfungsanfechtung zum Erfolg zu verhelfen!

Verfahrensfehler sind gerichtlich voll überprüfbar. Wenn Verfahrensfehler gegeben sind, ist der Erfolg einer Prüfungsanfechtung wahrscheinlich. Wichtig ist, diese Verfahrensfehler zu erkennen, zu bewerten und richtig gegen diese vorzugehen. Bewertungsfehler sind nur teilweise gerichtlich überprüfbar, allerdings im Überdenkungsverfahren voll geltend zu machen.

1. Verfahrensfehler

Verfahrensfehler kommen im Bereich der Prüfungsanfechtung seltener vor als Bewertungsfehler. Liegen Verfahrensfehler allerdings vor, so sind die Chancen einer erfolgreichen Prüfungsanfechtung groß. Verfahrensfehler kann man im Ablauf der Prüfung oder in äußeren Bedingungen vorfinden. Wichtig ist, dass der Einfluss des Verfahrensfehlers auf das Prüfungsergebnis nicht völlig abwegig ist.
Beispiele für Verfahrensfehler sind:

  • Organisationsmängel (Verlust einer Prüfungsleistung/Prüfungszeit überschritten/etc.)
  • Baulärm innerhalb oder außerhalb des Prüfungsgebäudes
  • hohe Temperaturen im Prüfungssaal
  • Befangenheit einzelner Prüfer
  • unklare Aufgabenstellung

Verfahrensfehler sind gerichtlich voll überprüfbar. Verfahrensfehler führen nicht zu einer Anhebung einer Prüfungsbewertung, vielmehr machen sie die Wiederholung der Prüfung oder des Prüfungsabschnitts möglich. Ein Verfahrensfehler muss dazu wesentlich sein. Diese Voraussetzung ist gegeben, wenn nicht ausgeschlossen werden kann, dass sich der Verfahrensmangel auf die Leistung des Prüflings auswirkt. Es gibt also auch Mängel, die unwesentlich für den Prüfungsverlauf und mithin für die Prüfungsbewertung sind.

Wichtig ist auch, dass Verfahrensfehler, z.B. in einer mündlichen Prüfung, unverzüglich, spätestens am folgenden Tag gerügt werden. In einer schriftlichen Prüfung ist ebenfalls eine Rüge ohne schuldhaftes Zögern notwendig, damit der Prüfungsbehörde oder dem Prüfer die Möglichkeit gegeben wird, den Mangel zu beseitigen oder die Prüfung abzubrechen.

2. Bewertungsfehler

Der Prüfer richtet die Bewertung einer Klausur zumeist an der ihm vorliegenden Lösungsskizze und dem Vergleich mit anderen Prüfungsarbeiten aus. Ein Prüfer kann sich aber nicht von subjektiven Eindrücken frei machen. Diese Eindrücke sind z.B. die Schrift und die Orthographie des Prüflings. Solche subjektiven Eindrücke dürfen allerdings regelmäßig nicht in die Bewertung mit einfließen, da sie über die tatsächliche Leistung eines Kandidaten keine Aussage treffen.

Es gilt der Grundsatz, dass eine vertretbare und mit gewichtigen Argumenten folgerichtig begründete Lösung nicht als falsch bewertet werden darf. Eine Prüfungsleistung darf daher nicht allein deshalb als falsch gewertet werden, weil sie von der Musterlösung abweicht. Eine Bewertung unterliegt bestimmten rechtlichen Vorgaben, bei deren Missachtung ein Bewertungsfehler vorliegt. Zu diesen Vorgaben gehören:

    • Antwortspielraum:

Der Antwortspielraum des Prüflings steht dem Bewertungsspielraum des Prüfers entgegen. Der Antwortspielraum bedeutet, dass Prüfungsaufgaben und die daraus aufgeworfenen Fragen nicht nur eine Lösung nach sich ziehen müssen. Es gibt häufig genug mehrere Lösungsansätze. Wenn der Prüfling eine andere Ansicht mit gewichtigen Argumenten folgerichtig vertritt und der Prüfer diese als falsch oder nicht vertretbar bewertet, liegt ein Bewertungsfehler vor und die rechtlichen Bewertungsgrundsätze sind verletzt.

    • Gebot der Sachlichkeit:

Eine unsachliche Bewertung liegt immer dann vor, wenn der Prüfer in seiner Bewertung (Votum oder Randbemerkungen) polemisiert oder den Prüfling schmäht (“von allen guten Geistern verlassen”, “Blödsinn”, etc.)

    • Willkürverbot und sachfremde Erwägungen:

Willkürlich bewertet ein Prüfer beispielsweise, wenn er die äußere Form einer Prüfungsleistung überbewertet und nur aus diesem Grund die Prüfungsleistung als “mangelhaft” einstuft. Sachfremde Erwägungen liegen z.B. vor, wenn religiöse oder parteipolitische Gesichtspunkte in die Bewertung einfließen. Nicht sachfremd ist es hingegen, bei juristischen Prüfungen, die eine etwaige Übernahme in den Staatsdienst nach sich ziehen, die Beherrschung der deutschen Sprache in die Prüfungsbewertung einfließen zu lassen (BVerwG, Beschl. V. 1.8.1983 – 7 B 97.83)

Wichtig bei Bewertungsfehlern ist, dass diese erheblich sein müssen. Die Bewertungsfehler müssen daher einen Einfluss auf das Bewertungsergebnis haben.

3. Erforderliche Unterlagen

    • Außergerichtliche Vollmacht

Um für Sie Widerspruch gegen den Prüfungsbescheid einlegen zu können, benötigen wir zunächst eine außergerichtliche Vollmacht, die Sie hier downloaden können: http://www.kanzlei-ronnenberg.de/download/aussergerichtliche_vollmacht.pdf

    • Prüfungsbescheid oder Exmatrikulationsbescheid

Den Prüfungsbescheid oder Exmatrikulationsbescheid benötigen wir, da auf diesem alle Informationen zu finden sind, die wir für das Einlegen des Widerspruchs benötigen, wie z.B. Ihre Prüfungsnummer oder die entsprechenden Ansprechpartner.

    • Ihre Kontaktdaten

Damit wir Sie jederzeit erreichen und Ihnen entsprechende Schriftsätze unkompliziert übermitteln können, benötigen wir Ihre Kontaktdaten, wie Name, Anschrift, Email-Adresse und Telefonnummer (am besten mobil). An dieser Stelle können Sie auch schon klären, ob eine etwaige Rechtschutzversicherung die Kosten des Widerspruchsverfahrens übernimmt. Bei Unsicherheiten werden wir die Kostenübernahme selbstverständlich für Sie klären.

Möchten Sie uns unkompliziert und unverbindlich eine Anfrage schicken, um Ihre Prüfungsanfechtung mit uns zu besprechen, so können Sie schon jetzt das nachfolgende Kontaktformular senden. Bitte fügen Sie dieser Nachricht Ihre E-Mail und eine Telefonnummer bei, damit wir uns bei Ihnen möglichst schnell melden können. Auf Anfragen per Email reagieren wir regelmäßig noch am gleichen Tag.





Ihr Name (Pflichtfeld)

Ihre E-Mail Adresse (Pflichtfeld)

Betreff

Ihre Nachricht

Spamschutz

Prüfungsrecht, Prüfungsanfechtung und Studienplatzklage bundesweit
Rechtsanwalt für Prüfungsrecht, Prüfungsanfechtung und Studienplatzklage in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen,