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Aufhebung der Aberkennung des Doktorgrades – Urteil vom 15.10.2013, 3 K 1293/12.GI

Die 3. Kammer des Verwaltungsgerichts Gießen hat in einem am 15.10.13 verkündeten Urteil die Aberkennung eines Doktorgrades durch die Justus-Liebig-Universität Gießen aufgehoben, den die Klägerin mit einer Doktorarbeit zur postoperativen Schmerztherapie im Jahr 2001 erlangt hatte.

Grund für die Aberkennung des Doktorgrades und die ebenfalls verlangte Streichung einer Quelle im Literaturverzeichnis der Arbeit war eine Publikation, die unter Nennung der Klägerin als Mitautorin im Jahr 1998 aber mit Daten, die von den von der Klägerin für ihre Dissertation erhobenen abwichen, veröffentlicht worden war. Die Justus-Liebig-Universität warf der Klägerin vor, sie habe gegen die Satzung der Universität zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis verstoßen, weil sie die Publikation in ihre Doktorarbeit aufgenommen habe, obwohl sie selbst bestreite, Mitautorin zu sein und in ihrer Arbeit auch die in der Publikation genannten Daten nicht diskutiert habe.

Die 3. Kammer des Verwaltungsgerichts Gießen hob nun die Aberkennung des Doktorgrades auf, wies die Klage aber ab, soweit von der Klägerin verlangt worden war, die streitige Quelle aus dem Literaturverzeichnis ihrer Doktorarbeit zu streichen und sich außerdem bei dem wissenschaftlichen Verlag gegen ihre Bezeichnung als Mitautorin zu verwahren. Letzteres sei nach der Satzung zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis zulässigerweise von der Klägerin zu fordern, da diese selbst die Mitautorenschaft an der Publikation bestreite.

Die Entziehung des Doktorgrades, so die Kammer, sei dagegen ermessensfehlerhaft. Der zentrale Vorwurf, dass die Klägerin sich nicht mit einer von ihr nur im Literaturverzeichnis genannten Publikation auseinandergesetzt und deshalb getäuscht habe, lasse sich nicht aufrechterhalten. Der Umstand, dass die von ihr im Rahmen ihrer Promotion erhobenen Daten in einer Publikation, an der ihr Doktorvater mitgewirkt habe, verfälscht worden seien, habe die Klägerin nicht verpflichtet, diese verfälschten Daten zu diskutieren oder deren Unrichtigkeit in der Arbeit zu erörtern. Die Ergebnisse ihrer Doktorarbeit seien dadurch nicht in Frage gestellt worden. Die weiteren Vorwürfe, dass sie sich durch die Auflistung der Publikation als Mitautorin geriert habe und die Publikation selbst trotz Aufnahme in das Literaturverzeichnis in ihrer Doktorarbeit nicht verwertet habe, rechtfertigten allein die Aberkennung des Doktorgrades nicht.

Urteil vom 15.10.2013, 3 K 1293/12.GI

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