Tag-Archiv

Prüfungsunfähigkeit – dauerhafte Einschränkung, als persönlichkeitsbedingtes Merkmal – Unverzüglichkeit

1. Eine zum Rücktritt berechtigende Prüfungsunfähigkeit ist nur dann anzunehmen, wenn der Prüfling aktuell und vorübergehend in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist. Eine generelle und dauerhafte Einschränkung, die als persönlichkeitsbedingtes Merkmal die normale Leistungsfähigkeit des Prüflings bestimmt, rechtfertigt hingegen keinen Rücktritt, sondern muss in das Prüfungsergebnis mit einfließen.

2. Ein Prüfungsrücktritt ist nicht mehr als unverzüglich anzusehen, wenn der Prüfling die Rücktrittserklärung nicht zum frühestmöglichen Zeitpunkt abgegeben hat, zu dem sie von ihm zumutbarerweise hätte erwartet werden können.

VGH München: Beschluss vom 07.01.2009 – 7 ZB 08.1478

Erstes Staatsexamen Berlin 2010 – 11 Punkte sind spitze

Nach einer Durchsicht der Ergebnisse der Kampagne 1.2009/II  zum ersten juristischen Staatsexamen in Berlin, zeigt sich einmal mehr, dass es im juristischen Studium um eine Notenskala geht, die bei „vollbefriedigend“ häufig Schluss macht. Ein „gut“ oder „sehr gut“ ist schon äußerst selten. In anderen Studiengängen sind Noten wie eine schulische 1 keine Seltenheit. Es sollte einmal darüber nachgedacht werden die Skala zu verringern, um Studenten auch  einmal das Gefühl zu geben Spitzenleistungen abzuliefern. Vollbefriedigend ist nämlich nach heutigen Maßstäben eine solche Leistung.

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Bewertung der äußeren Form einer Prüfungsleistung

Es ist von Bundesrechts wegen nicht zu beanstanden ist, wenn die Prüfer im Rahmen einer juristischen Staatsprüfung sprachliche Mängel als Element zur Abrundung des Gesamturteils über die juristische Befähigung des Prüflings mitberücksichtigen, hat der Senat schon in seinem Urteil (vom 24. Februar 1993 – BVerwG 6 C 35.92 – Buchholz 421.0 Prüfungswesen Nr. 313 = BVerwGE 92, 132, 135 f.) [BVerwG 24.02.1993 – 6 C 35/92] entschieden. Das Berufungsgericht hat sich außerdem in diesem Teil seiner Entscheidungsgründe ersichtlich an den Wortlaut der genannten Entscheidung des Senats angelehnt und dies auch durch Angabe einer entsprechenden Fundstelle deutlich gemacht.

BVerwG , 6 B 4.97

Bewertung von mündlichen Prüfungsleistungen – Darlegungspflicht

Leitsatz: Anders als bei der Bewertung von schriftlichen Prüfungsarbeiten müssen die Prüfer ihre Gründe betreffend mündliche Prüfungsleistungen nicht in jedem Fall, sondern nur dann schriftlich darlegen, wenn der Prüfling rechtzeitig und sachlich-vertretbar verlangt und zu diesem Zeitpunkt eine schriftliche Zusammenfassung der Gründe unter zumutbaren Bedingungen (noch) möglich ist. Das gilt insbesondere auch für die Ergänzung einer mündlichen Begründung durch schriftliche Gründe.

BVerwG 06.09.1995 AZ: 6 C 18/93

Prüfungsrecht, Prüfungsanfechtung und Studienplatzklage bundesweit
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